Antisemitismus in der EU

Antisemitismus in der EU

Montag  13. Juli 2020, 18.30 Uhr, Katharinenturm  11. Etage, Breiter Weg 31, 39104 Magdeburg

Seit einigen Jahren ist innerhalb der EU ein Anstieg des Antisemitismus zu beobachten. Einem aktuellen Bericht der französischen Menschenrechtskommission (CNCDH) zufolge nahmen antisemitische Vorfälle im Jahr 2018 verglichen mit dem Vorjahr um 70% zu.

Jeder dritte Jude in Europa hat seit 2013 ans Auswandern gedacht. Die Angst, tätlich attackiert zu werden, wächst – und nirgends scheinen Belästigungen häufiger als in Deutschland. In Frankreich hat der Antisemitismus zu einer neuen Auswanderungswelle geführt.

Vertreter jüdischer Organisationen haben auf einer Antisemitismus-Konferenz 2018 in Wien ein dramatisches Bild von der Lage der Juden in Europa gezeichnet. Vorgestellt wurde dazu auf der Konferenz ein von internationalen Wissenschaftlern erarbeitetes, 150 Seiten starkes Handbuch, das 100 konkrete Maßnahmen gegen Antisemitismus vorschlägt. Jedoch gab es im Kreis der 27 EU-Mitgliedstaaten zunächst noch keine einheitliche Haltung.

Der deutsche Außenminister Maas hat nun die Initiative ergriffen. Er hat angekündigt das Thema zu einem Schwerpunkt der EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2020 zu machen.

Was ist in der Zwischenzeit passiert und wie wird das EP auf das Thema im Rahmen der deutschen Ratspräsidentschaft reagieren. Welche Auswirkungen hat das Problem auf die EU und deren Mitgliedstaaten und wie lässt es sich lösen?

Das Podium für die Diskussionsrunde ist hochrangig besetzt:

Der Kandidat für den EU-Kommissionspräsidenten und Spitzenkandidat der Europäische Volkspartei (EVP) Manfred Weber wird uns zugeschaltet sein. Er ist heute Fraktionsvorsitzender der EVP und Stellvertretender Vorsitzender der CSU. Der langjährige Europa-Abgeordnete Manfred Weber war selbst bei der Antisemitismus-Konferenz in Wien (2018) anwesend.

Unser Gast aus Frankreich, Frau Simone Rodan-Benzaquen, ist in Deutschland aufgewachsen und leitet heute von Paris aus die sieben europäischen Büros des American Jewish Committee (AJC) (Berlin, Paris, Brüssel, Rom, Warschau, Prag und Sofia). Das AJC wurde 1906 in New York von amerikanischen Juden vorwiegend deutscher Herkunft gegründet. Ihr Ziel war es, jüdische Sicherheit zu gewährleisten und Demokratie, Menschenrechte und Völkerverständigung weltweit zu fördern. Heute ist das AJC eine weltweite Organisation mit 26 US-Büros und 14 internationalen Zweigstellen.

Ebenfalls teilnehmen wird Frau Dr. Juliane Wetzel vom Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin. Die Historikerin hat den vom deutschen Bundestag in Auftrag gegebenen Bericht “Antisemitismus in Deutschland – Aktuelle Entwicklungen” des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus nicht nur koordiniert (zusammen mit Patrick Siegele vom Anne-Frank Zentrum, Berlin) , sondern war auch selbst eine der Expertinnen des neun-köpfigen Expertenkreises.  Der Bericht, den Sie hier einsehen können, wurde vom BMI 2017 herausgegeben.

 Sie gehörte auch bereits dem ersten Expertenkreis des Deutschen Bundestags an, der seinen Bericht 2011 vorgelegt hat.

Die Veranstaltung wird moderiert von dem Politikwissenschaftler und langjährigen Redakteur der „Blätter für deutsche und internationale Politik“ Daniel Leisegang.  Er ist Preisträger des Alternativen Medienpreises 2018.

Programm

Begrüßung
Benjamin Kurc, Leiter des Institut français Sachsen-Anhalt
Dominic Borchert, Projektmanager EDIC-MD

Dr. Juliane Wetzel,
Koordinatorin des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus, Zentrum für Antisemitismusforschung, Berlin

Simone Rodan-Benzaquen, Leiterin des American Jewish Committee Europe (ggf. per Zuschaltung aus Paris) (Antisemitismus in Frankreich)

Als Gast: zugeschaltet aus Brüssel:
Manfred Weber, Fraktionsvorsitzender der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament

Moderation:
Daniel Leisegang,
Blätter für deutsche und internationale Politik, alternativer Medienpreisträger 2018, Die Veranstaltung wird zusätzlich live gesendet
auf dem Facebook-Kanal der LpB Sachsen-Anhalt https://www.facebook.com/lpb.lsa/

Die Corona bedingten Umstände erfordern bei der Veranstaltung besondere Regelungen: Daher ist es erforderlich, dass Sie sich zu dieser Veranstaltung mit folgendem Formular anmelden, da nur eine begrenzte Anzahl von Personen teilnehmen kann. Bitte bringen Sie zur Veranstaltung Ihren Mund-Nasen-Schutz mit. Zur Nachverfolgung müssen sie – wie sonst derzeit auch üblich – auch vor Ort ein entsprechendes Formular ausfüllen.




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